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Helga Jobs aus Heyrothsberge blickt in die Vergangenheit

Helga Jobs aus Heyrothsberge blickt in die Vergangenheit

Sich an gute, alte Zeiten zu erinnern und davon zu berichten, ist für viele unserer Bewohnerinnen und Bewohner sehr wichtig und gehört zu einem Teil zur Biografiearbeit im Humanas-Alltag. Unser „Blick in den Spiegel“ ist eine wunderbare Idee, auch unsere Bewohnerinnen und Bewohner einmal mit ganz anderen Augen zu betrachten und sie gleichzeitig ein Stück ihrer Geschichte erzählen zu lassen. Bei Hunderten Wohnpark-Mietern sind das sehr viele interessante und einzigartige Geschichten, wie der Blick in die Vergangenheit von Helga Jobs aus dem Wohnpark Heyrothsberge.

Als Helga Jobs 1940 in Schönwerth geboren wird, zählt der Ort noch mehr als 1.000 Einwohner. Mit der Vertreibung der Deutschen aus der damaligen Tschechoslowakei 1946 sinkt die Einwohnerzahl enorm. Heute heißt Schönwerth Krasna und ist ein Ortsteil der Gemeinde Kraslice und hat etwas mehr als 100 Einwohner.

Das hübsche Mädchen mit den langen, dunklen Zöpfen ist erst sechs Jahre alt, als die Familie gezwungen wird, ihren Heimatort zu verlassen. Bepackt mit dem Nötigsten geht es zunächst zu Fuß in ein Sammellager und dann beginnt die rumpelige Fahrt im Eisenbahnwaggon in Richtung Norden. Was genau da mit ihnen passiert, verstehen die Kinder damals wohl nicht. Aber Angst haben sie keine. Für sie ist das ein Abenteuer.

Überhaupt ist der Rückblick in ihre Vergangenheit für die 82-jährige von positiven Eindrücken geprägt. In Barby bei Schönebeck werden sie sehr freundlich aufgenommen. Das ist nicht selbstverständlich damals. Mitnichten kommen Deutsche zu Deutschen. Die Unterschiede können kaum größer sein und so gibt es auch viel Ärger.

In der Schule, die bereits begonnen hat, findet das Mädchen schnell Anschluss und dann auch neue Freundinnen. Ihren Mann lernt die lebensfrohe junge Frau, die in die Lehre bei einem Herrenschneider geht, beim Tanz im Gasthof „Zum Rautenkranz“ in Barby kennen. Die alte Heimat immer im Kopf, hat Helga Jobs in Sachsen-Anhalt eine neue Heimat gefunden. Angekommen ist sie auch im Wohnpark in Heyrothsberge. Oft sieht man sie in geselliger Runde, ein Lächeln auf dem Gesicht, wenn sie von den schönen Dingen des Lebens erzählt.

Das Geheimnis der Wabe

Das Geheimnis der Wabe

Humanas-Wohnparks haben eine besondere Form. Schon der erste Standort in Meisdorf ist an der Wabe orientiert. Die Wabe eines Wohnparks von Humanas ist in vier Bereiche aufgeteilt, die sich um einen zentralen Aufenthaltsraum befinden. Dort ist der Bereich der Tagespflege untergebracht. In den einzelnen Bereichen sind sieben Einzimmerwohnungen wiederum um einen Gemeinschaftsraum angeordnet. Eine gemeinsam nutzbare Küche rundet jeden einzelnen Bereich der von Humanas kreierten Wabe ab. In der Küche oder im gemeinsam genutzten Wohnzimmer einer jeden Wabe entstehen zwanglose Gespräche, Spielrunden, aber auch der Abend wird gemeinsam vor dem Fernseher verbracht. „Wir wirken so einer Vereinsamung vor“, erklärt Humanas-Chef Dr. Jörg Biastoch. „Man trifft sich zwangsläufig und kommt so miteinander ins Gespräch.“

Die Bewohnerinnen und Bewohner der hybriden Wohnform in Einzimmerappartements, die den Platz in einer stationären Einrichtung ersetzen, werden ambulant versorgt. Dafür stellt Humanas einen eigenen ambulanten Pflegedienst und erbringt die individuell mit den Personen abgestimmten Leistungen. Außerdem bietet Humanas jeder Bewohnerin und jedem Bewohner einen Hausnotruf an. Dabei zahlen die Bewohnerinnen und Bewohner weniger Eigenanteile als in stationären Einrichtungen. In den Humanas-Wohnparks betragen diese rund 1000 Euro. Im Durchschnitt von Sachsen-Anhalt sind es beispielsweise 1600 Euro.

Rund um die Uhr sind Pflegekräfte vor Ort, tagsüber auch Pflegefachkräfte. In der Zeit der Tagespflege und einige Stunden darüberhinaus kommen noch Betreuungs- und Hauswirtschaftskräfte hinzu. Sie versorgen die Bewohnerinnen und Bewohner pflegerisch, unterstützen aber auch bei den alltäglichen Aufgaben und sind stets für sie da. Durch die ebenerdige und barrierefreie Architektur der Humanas-Wohnparks, fällt auch das für viele ambulant arbeitende Pflegekräfte normal gewordene „Treppen zählen“ weg.

Während in stationären Pflegeheimen lange Flure das Bild dominieren, sind in den Humanas-Wohnparks kurze Wege im Blickpunkt. Ob in die anderen Waben oder in die Reihenhäuser oder ins Grüne rund um den Wohnpark: Mit Rollator oder Rollstuhl sind die Wege gut machbar.

Alle Wohnparks sind ebenerdig und barrierefrei, wodurch die Wege mit Rollator und Rollstuhl gut machbar sind. Foto: Humanas

Einen komplett ebenerdigen Wohnpark hat Humanas-Chef Dr. Jörg Biastoch in Dänemark in ähnlicher Form entdeckt. „Ich habe bei einer Reise vor einigen Jahren das System bei unserem skandinavischen Nachbarn kennenlernen dürfen und war sofort begeistert“, erinnert er sich. „Überall konnten die Bewohnerinnen und Bewohner schnell hingehen und es gab offene Orte der Kommunikation. So wie nun auch bei uns.“

In Dänemark, Schweden und vielen anderen europäischen Ländern ist die Pflege anders organisiert. In Deutschland fließen zwar mehrere Milliarden in die Branche, jedoch sind es nur knapp 30 Milliarden Euro und somit etwa 1 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. In Schweden sind es zum Vergleich 2,3 Prozent. Damit ist beispielsweise mehr Geld für eine bessere Personalausstattung vorhanden. Eine Hürde, die Humanas mit seiner innovativen hybriden Wohnform leicht nimmt. „Durch unser Konzept mit der ambulanten Versorgung, der Tagespflege und der Vermietung der Wohnungen haben wir eine andere Einnahmesituation. Daher können wir die Eigenanteile gering halten, mehr Mitarbeitende als in stationären Pflegeheimen beschäftigen und sie besser bezahlen“, erläutert Biastoch.

Mitarbeiterin macht Sport zur Tagespflege. Foto: Humanas

Da mehr Kolleginnen und Kollegen in den Wohnparks arbeiten, bleibt mehr Zeit für die Pflege und Betreuung. Eine Grundfeste bei Humanas. Denn so gelingt auch eine Inklusion in die Gemeinde. „Wir fokussieren uns auf ländliche Regionen, damit die Menschen im eigenen Umfeld bleiben können“, ergänzt Biastoch. Ein Umzug fällt im Alter schließlich schon schwer genug, da soll nicht auch noch eine komplett neue Umgebung dazukommen.

Neben der räumlichen Nähe zur alten Gemeinde steht auch die gesellschaftliche Teilhabe im Mittelpunkt. Kooperationen mit Vereinen und lokalen Institutionen, Unterstützung der Gemeinde und die Offenheit der Wohnparks für die Gemeinde sind Bestandteil der Philosophie. Die Bewohnerinnen und Bewohner bleiben Teil des örtlichen Lebens und können Freundschaften sowie Beziehungen generationsübergreifend beibehalten.

Neben dem Leben in den Einzimmerappartements, wo eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung gewährleistet wird, leben in einem Wohnpark auch Mieter in Zweizimmerwohnungen. Dabei können individuelle Leistungen durch den ambulanten Pflegedienst der Humanas erbracht werden. „Die Erfahrung zeigt, dass erste kleine Angebote vor allem im hauswirtschaftlichen Bereich gern angenommen werden“, berichtet Biastoch. Medikamentengaben, Wundversorgungen und ambulante Pflegeleistungen werden so über kurze Wege in den eigenen vier Wänden erbracht. Steigt die Pflegebedürftigkeit, ist ein Umzug in ein Einzimmerappartement ein oft gewählter Schritt.

Kastanienmännchen & Seniorenteller –  Gesundheitsmanagement mit Marcel March und Matthias Suck

Kastanienmännchen & Seniorenteller – Gesundheitsmanagement mit Marcel March und Matthias Suck

Zum Thema Gesundheitsmanagement haben wir uns mit Marcel March, Chef von Lucky Fitness und Fitnessexperte, und Mattias Suck, Referent für Arbeitsschutz und Betriebliches Gesundheitsmanagement bei Humanas, getroffen. In der aktuellen Folge von „Kastanienmännchen & Seniorenteller“ berichten die beiden darüber, wie man die Motivation für Sport und Gesundheit fördern kann, was ein Säbelzahntiger und Stress verbindet und warum auch der Tourenplan für die Pflege in unseren Wohnparks eine Rolle im Betrieblichen Gesundheitsmanagement spielt. Außerdem gibt Marcel March einige Tipps, u.a. zu alltäglichen Übungen vor dem Toilettengang oder während des Zähneputzens.

Matthias Suck (l.), Referent für Arbeitsschutz und Betriebliches Gesundheitsmanagement, und Marcel March, Chef von Lucky Fitness, haben in der neuen Folge „Kastanienmännchen und Seniorenteller“ Tipps und Infos rund um Gesundheitsprogramme und Fitness gegeben. Foto: Humanas

Tipps gibt es dieses Mal auch bei unserem Kurzinterview zu hören. Hier erklärt Katja Helmholz aus dem Wohnpark in Colbitz, wie sie die Tagespflege gestaltet und wie sie auf Ideen kommt. Dabei kommt auch immer mal wieder ihr Hund Jackson zum Einsatz – ob als Begleiter zum Kuscheln oder beim Gang zum Tierarzt.

Katja Helmholz betreut im Wohnpark Colbitz die Tagespflege – und Hund Jackson gehört auch manchmal dazu. Foto: Humanas

Im Humanas-Podcast „Kastanienmännchen und Seniorenteller“ treffen sich Jennifer Lorbeer und Fabian Biastoch mit Gästen aus Humanas Wohnparks, Politik und Forschung. Außerdem geben zusätzliche Interviews oder Berichte über Bewohnerinnen, Bewohner und Mitarbeitende einen Einblick in den Alltag bei Humanas. Alle zwei Wochen wird donnerstags eine neue Podcast-Folge von Humanas veröffentlicht. Die Ausgaben des Pflege-Podcasts erscheinen im Wechsel mit Podcast-Folgen der „Humanas Sportstunde“.

Der Humanas-Podcast ist in allen bekannten Streaming-Plattformen zu finden – unter anderem bei Spotify, Google Podcast, Apple Podcast und Amazon Music.

„Heimat bewegen“ mit dem Wohnpark Ballenstedt

„Heimat bewegen“ mit dem Wohnpark Ballenstedt

Ein wichtiger Bestandteil der Humanas Philosophie ist es, mit der Heimat verbunden zu sein. Aus diesem Grund kooperieren unsere Wohnparks mit Institutionen, engagieren sich aktiv in den Gemeinden und fördern die Teilhabe am öffentlichen Leben. Ein solcher Kontakt verbindet auch den Wohnpark in Ballenstedt und den ortsansässigen Verein „Heimat bewegen“. 

Fünf Gehminuten vom Wohnpark in Ballenstedt entfernt, finden wir hinter zauberhaft verwunschenen, alten Mauern den Gemeinschaftsgarten des Vereins „Heimat bewegen“. Seit dem Frühjahr 2021 ist auch der Wohnpark Ballenstedt dabei und unterstützt, soweit es geht. „Mit dem Verein ‚Heimat bewegen’ wollen wir einen Ort schaffen, der uns Raum lässt für Begegnungen, Kreativität, Projekte, Träume, Fähigkeiten und Gewissheiten“, sagt Vereinsmitglied Nicole Müller und trifft damit direkt unsere Vorstellung von guter Gemeindearbeit. „Auf dieser Basis können wir für uns, unsere Familien und vor allem für unsere Kinder und Senioren an einer guten Zukunft bauen.“

Gemeinsam mit dem Verein „Heimat bewegen“ kümmert sich das Team unseres Wohnparks in Ballenstedt um den Gemeinschaftgarten. Foto: Humanas

Im Gemeinschaftsgarten wurden an einem freundlichen Tag voller Sonnenschein von den Kindern der christlichen Gemeinde St. Nicolai gemeinsam mit einigen Seniorinnen und Senioren die Hochbeete mit Kräutern und Erdbeeren bepflanzt. Auch Sträucher mit Beeren sowie kleine Obstbäumchen haben sie gemeinsam eingesetzt. „Voneinander und miteinander Lernen ist einfach wichtig“, so Lore Kaiser, die an drei Tagen in der Woche unsere Tagespflege im Humanas Wohnpark besucht und beim Pflanzen und Angießen tatkräftig zugegriffen hat. Als kleine Aufmerksamkeit hat die fröhliche 81-Jährige eine wunderschöne Gänseblümchenkette von Ingrid, einem Mädchen der christlichen Gemeinde, geschenkt bekommen. „Menschen, die glücklich in ihrer Heimat alt werden können, sind unser Ziel bei Humanas“, sagt Pflegedienstleiterin Sylvia Reuß, die sich auf weitere dieser gemeinsamen Nachmittage freut. 

Der sonnige Tag bot auch Gelegenheit, sich über Neuigkeiten der Gemeinde auszutauschen, dem Treiben der jungen Generation zuzuschauen und auf den selbst gestalteten Sitzgelegenheiten den Nachmittag zu genießen. Gemeinsam entstand die Vorstellung von einem Sommernachmittag im Gemeinschaftsgarten mit Kultur und kleinen Leckereien. Sommertheater à la Ballenstedt. Eine großartige Idee, die unbedingt umgesetzt werden wollte und für die, auch ein gemeinsamer Termin gefunden wurde.

Unser Paulo sitzt mit zwei Bewohnerinnen aus dem Wohnpark Ballenstedt beim Sommerfest des Vereins „Heimat bewegen“. Foto: Humanas

Ende Juni war es endlich soweit und Jung und Alt haben sich im Gemeinschaftsgarten des Vereins wiedergetroffen. Als Dankeschön für die fleißige Gartenarbeit gab es für alle helfenden Hände leckeren, frisch gebackenen Kuchen und dazu Limo oder Kaffee. Die Sonne gab alles, aber unter dem zauberhaften Sonnensegel fühlten sich alle gut aufgehoben.

Als Überraschungsgast kam Carsten Kiehne, ein bekannter Harz-Experte, Autor und Erzähler. Im Gepäck: einige seiner atemberaubend spannenden und wunderschönen Sagen aus dem Harz. Mit Begeisterung erzählte er die Geschichte von Albrecht dem Bär – einem Ballenstedter Grafen – während die Kinder mit offenen Mündern vor ihm am Boden hockten und selbst die Älteren ganz mitgerissen wurden von der ansprechenden Art des bekannten Sagenerzählers. Mit seiner Initiative „Sagenhafter Harz“ setzt sich Carsten Kiehne für den Erhalt von Heimatgeschichte ein.

Ein wunderbarer Sommernachmittag für alle, die dabei sein durften!

Beim Sommerfest des Vereins „Heimat bewegen“ war Geschichtenerzähler Carsten Kiehne (l.) zu Gast. Foto: Humanas

Bodo Dumke aus Friedrichsbrunn blickt in die Vergangenheit

Bodo Dumke aus Friedrichsbrunn blickt in die Vergangenheit

Bodo Dumke lebt im Wohnpark Friedrichsbrunn und ist unser Konditor aus Leidenschaft. Beim Blick in unseren „Spiegel der Vergangenheit“ fällt auf: Selbst die Schokoladenseite des Lebens ist mal hell, mal dunkel.

Als Handwerker arbeiten, Klempner werden oder auf dem Bau schuften ist nichts für den kleinen Bodo. Denn der hat lieber seiner Mutter über die Schulter geschaut, wenn sie Geburtstagstorten gebacken hat. So lernte er ihre Tricks und Kniffe und merkte sich, wie aus Eiern, Zucker, Butter und Mehl süße Kreationen erschaffen werden. Später hat er sich dann selbst die Schürze umgebunden, um eigene Kuchen zu backen und die Vielfalt der Küche zu entdecken.

Als Koch arbeitet er lange Zeit in Thale und serviert den unzähligen Harz-Touristen die unvergessenen kulinarischen Highlights der DDR-Küche. Als ihm eine Krankheit beinahe den Lebensmut und die Freude am Kochen und Backen nimmt, findet er bei Humanas ein neues Zuhause. Es dauert einige Zeit bis das Team in Friedrichsbrunn Bodo erst vor die Tür seines Appartements und dann auch wieder in die Küche des Wohnparks lockt. Die Geselligkeit tut gut und als die Kilos purzeln, kehrt auch die Freude an der Bewegung zurück. Immer häufiger gibt er Tipps in der Küche an die Hauswirtschaft weiter.

So wundert es nicht, dass Bodo wieder regelmäßig in der Küche anzutreffen ist, wenn ein größeres Fest ansteht oder ein runder Geburtstag gefeiert werden soll.